Interview mit Lehrer H.

Am 20.4.2008 erschien in der “Basler Alternativen Zeitung” das folgende interessante Interview mit Lehrer H.:

BAZ: Lehrer H., wie geht es Ihnen im Moment?

H: Ich bin etwas traurig und enttäuscht, aber sonst geht es mir gut.

BAZ: Staatsanwältin Eva Eichenberger hat alle ihre Strafanzeigen gegen OS Rektorin Gaby Jenö und Konsorten “wegen Fehlens des Tatbestandes” eingestellt, können Sie das nachvollziehen?

H: Mit Gerechtigkeit hat das wenig zu tun. Nachdem sich meine Rektorin Gaby Jenö in ihrer subjektiven Wahrnehmung von mir bedroht gefühlt hat und eine missbräuchliche Strafanzeige eingereicht hat, liess die Staatsanwaltschaft die Sondereinheit “Barrakuda” auf mich los, und ich musste unrechtmässig eine Nacht im “Hotel Waaghof” verbringen. Staatsanwältin Dora Weissberg hat das Verfahren gegen mich wegen angeblicher Drohung dann “mangels hinreichenden Beweises des Tatbestands insbesondere in subjektiver Hinsicht” eingestellt.

BAZ: Das tönt etwas kompliziert?

H: Ich verstehe dieses Juristenlatein auch nicht, könnte mir aber vorstellen, dass damit umschrieben wird, dass die von Jenö angezeigten “massiven Drohungen” nur in ihrem Kopf stattgefunden haben.

BAZ: Das tönt etwas grotesk?

H: Ist es auch. Es bedeutet aber für mich, dass laut Angaben von Staatsanwältin Dora Weissberg meine persönlichen Daten wie Fingerabdrücke, DNA und Photos noch für insgesamt 5 Jahre im Verbrecher-Archiv gespeichert bleiben, obwohl sich das “Verbrechen” nur in der Phantasie meiner Chefin ereignet hat.

BAZ: Das ist ja unglaublich! Ist das überhaupt rechtmässig?

H: Laut Staatsanwältin Dora Weissberg schon. Wahrscheinlich hätte ich ihren Beschluss anfechten sollen, aber ich habe die Frist dazu leider verpasst.

BAZ: Glauben Sie noch an den Rechtsstaat?

H: Immer weniger, aber man soll die Hoffnung bekanntlich nie aufgeben. Das Appellationsgericht hat immerhin die von Gaby Jenö verfügte Kündigung aufgehoben, allerdings nicht mit der Begründung “Mobbing”, sondern angeblich aus formellen Gründen.

BAZ: Wie muss man das verstehen?

H: In keinem einzigen Urteil der Personalrekurskommission und des Verwaltungsgerichts kommen die jeweiligen Juristen und Richter je auf die Idee, dass der Arbeitnehmer gemobbt worden sein könnte, auch wenn dieser genügend Hinweise dazu liefert. Auch in meinem Fall verkehrte das Appellationsgericht meine Mobbing-Vorwürfe kurzerhand in ein sog. “Wahrnehmungsproblem”.

BAZ: Haben Sie denn ein Wahrnehmungsproblem?

H: Ich denke nicht. Das Problem ist der Behördenfilz. Die Staatsverwaltung ist ein gigantisches Netzwerk. Zahlreiche Verwaltungsbesoldete haben die Aufgabe ihre Opfer in ein Lügennetz einzuwickeln und damit handlungsunfähig zu machen..

BAZ: Das tönt ziemlich nach Orwells 1984!

H: Das stimmt. Dank ihrer Macht können die Behörden lügen, dass sich die Balken biegen. Sie können meistens auch mit der Loyalität der Richter rechnen. Richter sind schliesslich auch Verwaltungsbesoldete, die sich ihr lukratives Einkommen nicht verscherzen wollen.

BAZ: Ist auch in ihrem Fall vorsätzlich gelogen worden?

H: Dr. Peter Gutzwiller der Leiter des Schulpsychologischen Dienstes hatte von Gaby Jenö den Auftrag erhalten, mich zu “coachen”. Offiziell ist der Schulpsychologische Dienst angeblich “unabhängig”, aus meiner Sicht vertritt er aber die Interessen der Schulleitungen.

BAZ: Könnten Sie etwas konkreter werden?

H: Es fanden zwei Gespräche mit zwei Müttern statt, bei denen mein angeblicher Coach Dr. Peter Gutzwiller die Moderation übernahm. Die beiden alleinerziehenden Mütter hatten die Frechheit, mir meine pädagogische Eignung abzusprechen, weil ich deren Kindern relativ deutlich die Grenzen aufzeigen musste. Weder die Schulhausleitung, noch die Schulleitung, noch Dr. Peter Gutzwiller unterstützten mich gegen die haltlosen Attacken der beiden Mütter. Dass zu diesen beiden Gesprächen aber von offizieller Seite weder ein Protokoll noch eine Aktennotiz verfasst worden ist, beweist, dass es in den beiden Gesprächen nicht um die Sache ging, sondern offensichtlich “nur” um meine geplante Entlassung.

BAZ: Sie fühlten sich in diesen beiden Gesprächen also ziemlich auf verlorenem Posten?

H: Genau. Weil ich meinem angeblichen Coach völlig vertraute, nahm ich keinen Zeugen mit, was ich heute extrem bereue. Dr. Peter Gutzwiller hat unterdessen der Staatsanwaltschaft sogar aufgetischt, ich hätte im zweiten Gespräch “massive Drohungen” ausgesprochen. Mit dieser infamen Lüge versucht Gutzwiller seine Haut zu retten.

BAZ: Können Sie denn das Gegenteil beweisen?

H: Leider nein. Zwar habe ich Aktennotizen zu den beiden Gesprächen verfasst, aber die interessieren die Behörden natürlich nicht. Wenn ich tatsächlich “massive Drohungen” geäussert hätte, wäre ich von Gaby Jenö augenblicklich freigestellt worden, oder es wäre von der Schulleitung zumindest eine Aktennotiz produziert worden, die bei der Kündigung sicher gegen mich verwendet worden wäre.

BAZ: Heisst das, Dr. Peter Gutzwiller verbreitet bewusst Unwahrheiten?

H: So unglaublich es tönt, leider ja. Dr. Peter Gutzwiller hat als mein angeblicher Coach mein Vertrauen total missbraucht und mich vorsätzlich hinters Licht geführt. Kraft seines Amtes kann er behaupten, was er will. Er ist eine Autorität am Institut für Psychologie und seit Jahren Chef des Schulpsychologischen Dienstes.

BAZ: Was hat er denn sonst noch behauptet?

H: Er hat mich hinter meinem Rücken als akut selbst- und fremdgefährliche Person verunglimpft. Diese ungeheure Beleidigung hat mich zutiefst gekränkt und verletzt.

BAZ: Hatten Sie denn je Selbstmordgedanken?

H: Die Tatsache, dass ich während meiner Sommerferien ohne Grund freigestellt wurde und nach den Sommerferien nicht mehr arbeiten durfte, hat bei mir tatsächlich keine Euphorie ausgelöst. Ich bin aber eine Kämpfernatur. Mein Motto lautet, was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

BAZ: Wollen Sie denn überhaupt wieder unterrichten?

H: Ich liebe meinen Beruf über alles. Die Kündigung war klar missbräuchlich. Es gibt keine legitimen Kündigungsgründe, deshalb unterstellt mir Gaby Jenö als neuste Variante ein “gesundheitliches Problem”. Obwohl ich nachweislich vollständig gesund bin, hat sie mich unter Androhung der Kündigung angewiesen, mich einer sog. vertrauensärztlichen Untersuchung zu unterziehen.

BAZ: Ist das denn rechtmässig?

H: Laut Verwaltungsgericht ja! Ob das Bundesgericht das auch so sieht, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch mein Anwalt konnte mir nicht guten Gewissens empfehlen, der sog. “vertrauensärztlichen Untersuchung” fernzubleiben, also habe ich mich kooperativ gezeigt.

BAZ: Und, hat Sie der Amtsarzt arbeitsunfähig geschrieben?

H: Es gibt keinen Grund für eine solche Massnahme. Es kann ja wohl nicht angehen, dass ein Amtsarzt mich aufgrund inkompetenter Verunglimpfungen zweier Mütter arbeitsunfähig schreibt.

BAZ: Hat die Inspektion bei Ihnen Schulbesuche durchgeführt?

H: Zwei Jahre vor meiner Entlassung hatte ich von niemandem Besuch. Weder von der Schulhausleitung, noch von Rektorin Gaby Jenö, auch nicht von der Inspektion.

BAZ: Die Reklamationen der beiden Mütter reichten also offensichtlich für eine Freistellung?

H: Es existiert noch ein weiteres Dokument einer Mutter, die “zufälligerweise” auch noch Mediatorin und Kommunikationsfachfrau ist. In ihrem vierseitigen Schreiben hat sie konsequent kein gutes Haar an mir gelassen. Ihre polemische Abhandlung wurde aber nie mit mir besprochen, sondern nur zu den Akten gelegt.

BAZ: Es scheint, dass das Erziehungsdepartement Sie mit allen Mitteln in die Wüste schicken will?

H: Das sehe ich auch so. Ich habe immer wieder das Gespräch mit Departementsvorsteher Dr. Christoph Eymann gesucht. Leider bis heute ohne Erfolg.

BAZ: Was werden sie als nächstes unternehmen?

H: Ich bin von zahlreichen Staatsfunktionären massiv über den Tisch gezogen worden. Ich hoffe aber immer noch auf Gerechtigkeit. Falls es die angebliche Gewaltenteilung in Wirklichkeit aber gar nicht geben sollte, dann hätte ich auch vor Gericht keine Chance. Ich bin dann aber wenigstens sicher, dass die angebliche Gewaltenteilung nur ein Mythos ist.

BAZ: Offensichtlich sind Sie auf der Suche nach der Wahrheit?

H: Mein angeblicher Coach Dr. Peter Gutzwiller wollte mich in einer seiner “Beratungen” davon überzeugen, dass es keine Wahrheit gäbe, sondern nur unterschiedliche Wahrnehmungen. Damals verstand ich nicht, was er damit meinte. Unterdessen ist mir klar geworden, dass die Mächtigen anhand dieser Definition die Wahrheit vorsätzlich manipulieren können. Auf diese Weise bestimmen die Funktionäre an den Schaltstellen der Macht was wahr ist und was nicht. Damit wird dem ahnungslosen Staatsbürger eine “Wahrheit” aufgezwungen, die mit der Realität in Wirklichkeit nichts zu tun hat. Mittels Verkehrung von Ursache und Wirkung manipulieren die staatlichen Behörden vorsätzlich die Realität des Individuums. So wird einem unbequemen Arbeitnehmer z.B. eingeredet eine gestörte Wahrnehmung zu haben, um diesen dann über die psychiatrische Schiene auszumustern. Aus diesem Grund hat mir der Amtsarzt offensichtlich einen Psychiater empfohlen, der mich laut eigenen Angaben angeblich “unvoreingenommen” begutachten soll. Wenn das Erziehungsdepartement tatsächlich vorhätte, mich weiterzubeschäftigen, hätten die diversen Funktionäre das bereits existierende Gutachten des Arztes meiner Wahl längst akzeptiert.

BAZ: Haben Sie noch andere Beispiele, die illustrieren, dass gewisse Staatsfunktionäre es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen?

H: Leider, ja. Nehmen wir zum Beispiel das Projekt New Public Management (NPM). Offiziell ist der Grosse Rat angeblich nicht auf “NPM” eingetreten. In Wirklichkeit aber fliesst NPM durch die Hintertür kontinuierlich in die Staatsverwaltung ein. Mit der Einführung der Elternmitarbeit in der Orientierungsschule wurden z.B. die Eltern zum sog. Kundensegment aufgewertet. Ab sofort hatten sie nun die Möglichkeit, Hexenjagden auf missliebige Lehrkräfte zu veranstalten. Wie das Zusammenspiel zwischen Eltern und Behörden funktioniert, kann in allen Details anhand meines Falles nachgelesen werden. Auch die aktuelle Leitungsstrukturreform ist ein Teil von NPM. Die einzelnen Schulstandorte sollen angeblich durch die sog. Teilautonomie aufgewertet werden, in Wirklichkeit geht es aber um die Hierarchisierung und Ökonomisierung der Schulen, was von den Bildungsbürokraten aber konsequent geleugnet wird. Mit dem Ausbau der Bürokratie werden zahlreiche Millionen am falschen Ort eingesetzt. Falls die neuen Leitungsstrukturen vom Volk nicht abgelehnt werden, wird der linke Bildungsfaschismus die letzten noch verbleibenden demokratischen Strukturen an den Basler Schulen endgültig zerstören.

BAZ: Ihre Sicht ist ziemlich pessimistisch.

H: Das hat mit Pessimismus nichts zu tun, sondern mit einer sachlichen Analyse der aktuellen Entwicklungen. Nicht nur im Bildungsbereich werden die Maschen immer enger. Weltweit wird im angeblichen Kampf gegen den Terrorismus ein weltweiter Überwachungs- und Kontrollstaat aufgebaut, der vor allem gegen das eigene Volk eingesetzt wird. Mit den linken Worthülsen Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit wird dem Volk bewusst Sand in die Augen gestreut. Die Mächtigen bauen in Wirklichkeit kontinuierlich den Verbotsstaat aus und zerstören damit absichtlich sämtliche demokratisch gewachsenen Strukturen. Wer sich dagegen wehrt, wird als Querulant oder gar Terrorist verunglimpft.

BAZ: Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach die Medien bei dieser Entwicklung?

H: Die Medien bringen nur Nachrichten, nach denen das Volk sich zu richten hat. Verlautbarungsjournalismus oder Hofberichterstattung haben den investigativen Journalismus längst verdrängt. Die SVP, welche sich für die Erhaltung der direkten Demokratie einsetzt und konsequent gegen einen EU-Beitritt politisiert, wird von den Medien täglich angegriffen und verunglimpft. Das Fernziel der Linken ist eine sozialistische EU mit einer erstickenden Bürokratie, die mittels Steuern das Volk bis zum Existenzminimum aussaugen darf. Wer brav mitmarschiert, erhält einen Job in diesem riesigen Verwaltungsapparat, wer nicht spurt, wird aus angeblich psychischen Gründen ausgegrenzt.

BAZ: Was werden Sie als nächstes tun?

H: Ich suche noch einen Juristen, der mich wirklich unabhängig berät. Ich bin auch froh über allfällige Tipps aus der Bevölkerung.

BAZ: Lehrer H., wir danken Ihnen für dieses ehrliche Gespräch.

Comments are closed.